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BŲhse Onkelz

Ob es ein kalter oder ein nicht so kalter Wintertag war, ist soweit nicht mehr bekannt.

Scheißegal, denn dieser Tag wurde von etwas anderem gekrönt:

Es war die offizielle Geburtsstunde der "Böhsen Onkelz".

Man kann heute dieses Datum so leicht nachvollziehen, weil Freibeuter Kevin Russel (übrigens ein Meister der Degenkunst, oh nein - es ist die Hochseeangel) nein, weil Kevin vor vielen Jahren behauptete, er könne sich das Datum nur deshalb so gut merken, da seine Schwester an diesem Tag Geburtstag hat. Nun, so soll es denn sein. Das damalige Equipment der drei Punkrocker bestand aus einer "Winner" Gitarre - einem schwarzen Gibson-Les Paul Nachbau, die jedoch auf hinterhältigste Weise gleich nach dem ersten Auftritt gestohlen wurde. Stephan ließ dies auf unaufmerksame Weise geschehen. Ich bin heute noch schlecht darauf zu sprechen, denn es war meine! Ich hatte sie in einem kleinen Musikladen in Aschaffenburg für hartes Lehrgeld erstanden und sehr geliebt. Zwar nur für 270,00 kaiserliche Slotti, doch für meine damaligen Verhältnisse fast ein ganzer Monatslohn. Kevin kaufte sich eine gebrauchte Bass-Gitarre: Ein weißer SG Nachbau für 150,00 Mark, auch für ihn damals harte Währung. Irgendwie bekam es Stephan auf die Reihe, das Schlagzeug zu besorgen. Er arbeitete damals als Reifenmonteur, wenn auch nur kurz, doch sollte es reichen, um den Kreis der Instrumentierung zu schließen.

"Rimmel", so hieß die Marke der Rührtöpfe, die wir drei hastig auspackten und versuchten zu einer Einheit zusammenzustellen. 1200,00 Mark hat's gekostet. Es war Silber-Standard Ausführung: Bass-Drum 22"+12"-14"-16", Toms, 1Hihat, 1Crash Becken vom Meinl. und 1 14" Rimmel Snare. Der Durchmesser der Kessel war nicht mal genormt. Es haben nur die eigenen Rimmel Felle gepasst, die natürlich überhaupt nicht zu besorgen waren, oder man musste die neuen Felle regelrecht draufquetschen. Aber das war eigentlich gar nicht so schlimm, denn man wechselte nur, wenn die Felle Löcher aufwiesen und man sie überhaupt nicht mehr bespielen konnte. Ich besaß noch einen alten Echolethe Röhrenverstärker, den ich vom großen Bruder eines alten Klassenkameraden erworben hatte. Das Blökkabinett für die Winner eben. Über diesen alten Hasenkasten briet man dann alles gleichzeitig: Giratten-Bass und Gesang. Hifi aus dem Hause Onkelz. Der Gesang hörte sich an, als würde man in ein Telefon singen. Beim Anschlagen des Basses hörte sich dann die Gitarre an, als würde der Nachbar mit der Motorsäge Zwiebeln schneiden. Zu dem spielte man sowieso nur, wenn sich die Gitarre durch Feuchtigkeit und Zimmerheizung selbst einigermaßen gestimmt hatte. Man wusste damals noch nicht so recht, dass man die Knöpfe am Kopf der Gitarre nicht nur zum Aufziehen der Saiten benutzt, als auch viel mehr zum Stimmen. So kam es, dass man dann oft nicht übte, weil die Gitarren verstimmt waren und es sich deshalb scheiße anhörte. Man spielte damals die berühmte "Einfinger-Technik", d.h. den linken Zeigefinger über alle Saiten und dann: 1-2-3-4.

"Guck mal, die Böhsen Onkelz" sagte ein Knirps, der einen Schlitten nach sich zog, zu einem anderen Knirps. Das soll jetzt nicht der Anfang eines dieser blöden Billigwitze werden. Nein, es ist vielmehr die Geschichte, wie es zum Bandnamen dieser ungeliebten Zeitgenossen kam. Stephan und Kevin waren gerade auf dem Nachhauseweg als die besagten Bälger ihren Weg kreuzten. Die Verwunderung sei den Knirpsen nicht übel zu nehmen, denn im Jahre 1980 nach Christi Geburt hatte man in diesen Breitengraden des Landes noch keine Edelleute mit grünen, bzw. schwarzen, abstehenden Haaren gesehen. Zudem war Kevin meist geschmückt wie ein Weihnachtsbaum. Behangen von Kopf bis Fuß mit Ketten, Sicherheitsnadeln und Buttons sah man ihn in diesen Tagen des Weges daher robben. Geübt wurde in Stephans Zimmer. War der Vater aus dem Haus, kam die Gitarre raus... und das bis zum Anschlag. Man übte, betrank sich und übte. Zuerst spielte Stephan Schlagzeug, ich Gitarre und Kevin Bass. Es wurde schnell offensichtlich, dass das nicht die optimale Instrumentierung war und man wechselte: Stephan Gitarre, ich Schlagzeug, Kevin Bass. Außerdem sang jetzt Stephan - was aber nicht lange so bleiben sollte. Da man sich an den Wochenenden in Frankfurt rumtrieb, um sich unter Artgenossen zu mischen, sollte es auch als bald zum ersten Konzert der "Böhsen Onkelz" kommen.

Auftrittsstätte war das hiesige Juz-Bockenheim. In der beliebten Suhlkuhle für Punks
roch es am Eingang nach Pisse, und wenn man das Treppenhaus betrat, floss einem die Suffkotze auf der Treppe entgegen. Zur Begrüßung rotzte man sich ins Gesicht und riss sich bei ausgelassenem Tanzen auf der Garderobe. Als der erste Auftritt bestritten war, lernte man ein oder zwei Wochen später "Gonzo" kennen. Er spielte damals Gitarre bei einer Band Namens "Antikörper", welche ihren Übungsraum direkt auf dem Dachboden des besagen Wasserschlosses zu Bockemheim hatte. Leicht verwundert über die Kunst wie man eine Gitarre bedienen kann, befanden sich eingeladen zu einer Probestunde, Kevin,
Stephan und ich im Ü.-Raum von "Antikörper" ein. Gonzo, der damals aussah wie Sid Vicous, spielte die berühmten Serenaden der Sex Pistols hoch und runter dass einem das Herz aufging.
Zwei Tage später gab er bekannt, den Onkelz beitreten zu wollen. Es ward vollbracht. Riesenstimmung im Lager der Onkelz: Der erste Musiker in der Band! Schon Jahre vorher hatte Gonzo in mehreren Rock'n Roll Bands Gitarrenhälse massiert. Am Anfang spielte "Meister Röhr" jedoch zunächst Bass und Stephan weiterhin E-Gitarre. Dies sollte jedoch nur noch für wenige Wochen der Fall sein. Was jetzt folgte, hörte sich nach Musik an, auch wenn es Punk war, was nicht heißen soll, dass Punk keine Musik wäre. Nein ganz im Gegenteil. Wir 4 fühlten uns wohl. Man konnte sich gehen lassen, konnte frei und frech sein, tun und lassen was man wollte. Eine Rebellion gegen die Moral. Man machte Lieder über das was man liebte und über das was man nicht leiden konnte. Manchmal schoss man dann auch unüberlegt über das Ziel hinaus, was einem dann auch übel heimgezahlt wurde und zum Teil noch wird. "Eine Potenz an Energie, ein Lebensfreude spendender Quell". Das sind Worte,
die einem einfallen wenn man an "Böhse Onkelz" denkt. 1981 im Jahr als Gonzo beitrat, hatte man noch ziemlich viel Auftritte. So spielte man dann ca. noch ein halbes Dutzend mal im Kuz Bockemheim Ffm. Man trat in einer Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs auf, im Juz Rüsselsheim mit Rudi Pilz und den Gürteltieren und auf einem Festival zu Mühlheim OF. Wir spielten auf dem damals berühmten, besetzten Postgelände in Frankfurt-Nied und reisten mit der damaligen Freundschaftsband "Middle
Clans Fantasies" nach Hannover in die berüchtigte Rote Kuh, um dort ein paar Melodien zum Besten zu geben. Natürlich nicht zu vergessen auch der sagenumwogene Auftritt in der allseits bekannten "Batschkapp", in der wir Gitarren zerschlugen (beliebtes Musikerspiel), das Publikum vollrotzten, Bier in die Menge warfen und vom Publikum selbst vollgerotzt wurden. Gonzo zerschlug eine Bierflasche und schnitt sich nach alter "Sid" Manier die Brust auf. Ich versuchte mir einen
Trommelstock in den Arsch zu stecken, und Kevin wälzte sich am Boden wie ein epileptisches Schwein.

Ende 1981 wurden die Onkelz nach Berlin eingeladen, um auf dem Punk-Rock Sampler "Soundtracks zum Untergang II" zwei Stücke zum Besten zu geben. Im Dezember war es in Berlin so kalt, dass der damals (beim Herausgeben der Platte) dort residierende Kevin Russel versuchte, besoffen wie er war, einen glühenden Kohleofen ins benachbarte Zimmer zuschieben, um seinen Bandkollegen etwas "einzuheizen". Er vergaß jedoch, dass Kohleöfen meistens mit dem Ofenrohrfest an der Wand installiert sind. Da, wie gesagt, der Ofen an der Wand fest war, bockte er natürlich am Anfang beim Versuch ihn weg zu schieben. Doch das sollte für den Gesangsmeister kein Problem darstellen. Mit einem "Hauruck" riss er das komplette Ofenrohr aus der Wand und war den riesigen glühenden Ofen auf den Teppich des Hauses. Dabei ging vorschriftsmäßig die Ofentür auf, und die Kohle konnte sich so gleichmäßig auf dem Fußboden verteilen. In sekundenschnelle war die Luft russgeschwängert. Tobsuchtsartig kam der Hausherr aus seinem Quartier geschossen und hüpfte vor Erregung wie Rumpelstilzchen auf einem Bein. Als dann noch Stephan durch die Schwingungen seines Basspiels die riesige (wahrscheinlich wertvolle) Glasvase zum Springen brachte, war das der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Übrigens kennt man diesen Herrn heute als Besitzer des nicht unbekannten "Noise" Labels. 800 lausige Mäuse erhielten wir insgesamt für die beiden Stücke.
Ein späterer Drohbesuch, um das von den Onkelz sauer verdiente Geld einzutreiben, brachte auch nichts. Der Eiderdieb schloss sich in seine Wohnung ein und fauchte wie eine Katze.

Da sich Anfang 1982 die Punk-Szene langsam "links" politisierte, suchte man wieder ungebremsten Untergrund und stieß auf das "Skinheadtum". Man konnte wieder freiatmen und schlug kräftig auf die Kacke. Man nahm zu dieser Zeit die erste LP auf. Vor der ersten LP versuche sich Kevin jedoch zunächst ein- mal als Seefahrer und heuerte in seiner Geburtsstadt Hamburg an. Dies dauer- tue ca. 1 Jahr lang. Gonzo drückte, zu etwa der selben Zeit, seinen Marinedienst ab. Da sich langsam auch die
Skinheadszene politisierte, packte man die Koffer. Die Haare wuchsen, und die Skintexte verschwanden endgültig. Es kam zur zweiten LP und zu Mini LP "Mexico". Man spielte wiederum einige Konzerte, u.A. auch in Rüsselsheim (in einer Kirche!!!!) und sogar ein Auftritt im guten alten London stand an. Man fuhr nah Berlin um einen Fernsehgig für den Film "Zargabata" (oder "Zarbagata", der Film war so unwichtig, daß ich den Namen nicht mehr richtig zusammenkriege), zu machen. Es war kein öffentlicher Gig und fand im "Loft" statt.

Man wechselte die Plattenfirma und nahm die LP "Onkelz wie wir" auf. Darauf folgte "Kneipenterroristen". Ein Jahr später erschienen eine Picture Disc und danach die LP "Es ist soweit". Es folgten Auftritte im ehemaligen "Zick Zack" in Wiesbaden, in Offenbach im "Bootshaus Wicking2, im F63 und auch im "Connys Hard'n Heavy Palace" in Erlensee. In Berlin gab es ein Konzert in der "Neuen Welt". Autonome, die nicht gerafft hatten, dass die Onkelz mit den mittlerweile rechtsverschrienen
Skinheads seit Jahren nichts mehr am Hut hatten, störten die Konzertvorbereitungen erheblich und schlugen auf kleine unschuldige Onkelz-Fans ein. Eine traurige Sache! Massen sie sich doch das Monopol von Gehirn und Toleranz an........ Im Nachfeld kam es jedoch noch zu einem glücklichen Verlauf des Konzertes. Nur die Anlage war die größte Scheiße auf Erden. Eine ausrangierte PA (Beschaltungsanlage) aus alten DDR Tagen. Jedes Wort wäre zuviel. Man wechselte die Plattenfirma und
ging zu "Bellaphon". Ein gewaltiger Schritt sollte sich vollziehen. Man nahm den Longplayer "Wir ham' noch lange nicht genug" auf. Ein qualitativer Sprung und ein Prädikat, das man beruhigt "Besonders Wertvoll" nennen darf. Besonders wertvoll war auch ein Live-Konzert in Wien im Dezember 1991. Man schnitt das Konzert als CD und Video mit. Das Video wurde das am zweit- meisten verkaufte Video in Deutschland. 1992 erschien die CD "Heilige Lieder", ein Knaller für die Nation. 250.000 verkaufte Exemplare! Seit drei Jahren können sich die Onkelz voll und ganz auf die Band konzentrieren und müssen für den Broterwerb ausschließlich musizieren. Es folgte erstmalig eine Tour! Restlos ausverkaufte Hallen sollten die Belohnung für die Onkelz sein. Doch viel negativer Schatten (der Ruf aus der Skinhead
Vergangenheit) sollte ein Ausbau der Tour im Dezember '92 verhindern.

Rechtsradikale hatten Brandanschläge mit Todesopfern gefordert. Eine unglückliche Verbindung. Man suchte Schuldige, und man fand sie....... Es gab Talk-Shows und Interviews. Die Onkelz nahmen Stellung, denn das war zuviel. Hatte man jahrelang auf die Scheiße der Medien einen Furz gelassen, konnte man jetzt nicht mehr mit Gleichgültigkeit über diese Vorfälle reagieren. Es gab Konzerte mit dem Motto "Rock gegen Rechts". Die Onkelz kommunizierten mit Kulturministern und
Ausländerbeauftragen, um gegen diesen Misstand anzutreten. Die Onkelz füllten bis dato 5000er Hallen. Im Sommer 1993 kam es dann zu den Konzeptalben "Schwarz" und "Weiß" Zwei Giganten auf dem deutsch- sprachigen Musikmarkt und auch, wie die "Heilige Lieder" CD (Platz 5), hoch in den Charts in Deutschland, Schweiz und Österreich vertreten. Höchste Platzierung für die "Schwarze" und die "Weisse": Platz 10 und 11 in Deutschland

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The Band

Biography
Kevin Russel
Stephan Weidner
Peter "Pe" Showrosky
Matthias "Gonzo" Röhr
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Picture
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